Soljanka nach DDR-Art mit Letscho

Soljanka mit Kasseler, Jagdwurst, Cabanossi, Letscho und Gurkenwasser für die typische Säure.

Wurst kräftig bräunen, Tomatenmark dunkelrot rösten und Gurkenwasser erst nach der Brühe zugeben: So verbinden sich Rauch, Tomate und Gurke ohne scharfe Säurespitze.

Soljanka nach DDR-Art mit Letscho fertig angerichtet
Vorbereitung

25 min

Ruhezeit

10 min

Kochen

45 min

Zutaten

Fleisch, Wurst und Aromabasis

Tomatenbasis und Gemüse

Säure, Gewürze und Abschluss

Zum Servieren

Rezeptanleitung

Schritt für Schritt Ansicht

  1. Abschnitt

    Aromabasis aufbauen

  2. 1

    Kasseler und Wurst schneiden und kräftig anrösten

    Zutaten für diesen Schritt

    Kasseler in mundgerechte Würfel schneiden, Jagdwurst nicht zu fein würfeln und Cabanossi in halbe Scheiben schneiden. Sonnenblumenöl im Topf erhitzen, Fleisch und Wurst hineingeben und bei mittelhoher Hitze anrösten, bis die Kanten sichtbar gebräunt sind und sich am Topfboden ein heller Bratensatz bildet. Dabei nicht dauerhaft rühren, sonst bräunen die Stücke kaum.

    Notiz

    Der Bratensatz ist gewollt und gibt der Soljanka Tiefe. Schwarz darf er nicht werden, sonst schmeckt die Suppe bitter.

  3. 2

    Zwiebeln im Bratensatz weich schwitzen

    Zutaten für diesen Schritt

    Zwiebeln würfeln und Knoblauch fein hacken. Die angerösteten Fleisch- und Wurststücke kurz an den Topfrand schieben oder herausnehmen, falls der Topf eng ist. Zwiebeln in den Bratensatz geben und bei mittlerer Hitze glasig bis leicht goldgelb schwitzen. Knoblauch erst zum Schluss zufügen, damit er duftet, aber nicht dunkel wird.

    Notiz

    Zu dunkel gerösteter Knoblauch wirkt bitter und stört die feine Säure der Soljanka.

  4. 3

    Tomatenmark dunkelrot rösten

    Zutaten für diesen Schritt

    Tomatenmark zu Zwiebeln, Knoblauch und Wurst geben und gründlich unterrühren. Bei mittlerer Hitze rösten, bis es nicht mehr roh riecht, deutlich dunkler wird und am Topfboden leicht ansetzt. Genau dieser Moment sorgt später für Bindung und einen runden, nicht dünnen Geschmack.

    Notiz

    Wenn das Tomatenmark sofort sehr trocken wirkt, die Hitze etwas reduzieren, aber noch nicht mit Flüssigkeit ablöschen.

  5. 4

    Letscho und Tomaten einarbeiten

    Zutaten für diesen Schritt

    Letscho bei Bedarf etwas kleiner schneiden, dann mit den stückigen Tomaten in den Topf geben und den Bratensatz mit einem Kochlöffel lösen. Die Tomatenbasis offen köcheln lassen, bis sie dichter wirkt und die Paprikastücke vom Letscho weich werden. So schmeckt die Basis gekocht statt dosig.

    Notiz

    Die Soljanka soll jetzt kräftig tomatig riechen und eine leicht glänzende Oberfläche bekommen.

  6. Abschnitt

    Suppe köcheln und ausbalancieren

  7. 5

    Mit Brühe auffüllen und sanft köcheln

    Zutaten für diesen Schritt

    Den größten Teil der Rinderbrühe angießen und einen kleinen Rest für die Konsistenz am Ende zurückbehalten. Alles gründlich verrühren, damit sich der Tomatenansatz vollständig löst. Lorbeerblätter zugeben, die Soljanka aufkochen und dann nur leise köcheln lassen. Die Oberfläche soll sich bewegen, aber nicht wild sprudeln.

    Notiz

    Starkes Kochen macht die Wurst schneller trocken und kann die Suppe trüb wirken lassen.

  8. 6

    Gurkenstreifen und Gurkenwasser dosiert zugeben

    Zutaten für diesen Schritt

    Gewürzgurken in feine Streifen schneiden. Gurken und Gurkenwasser einrühren und die Soljanka weiter sanft köcheln lassen, bis die Gurken etwas weicher sind, aber noch Biss behalten. Die Säure soll deutlich schmeckbar sein, sich aber mit Tomate, Rauch und Brühe verbinden, statt spitz hervorzustechen.

    Notiz

    Nicht zu früh nachsalzen: Gurkenwasser und Kasseler bringen oft mehr Würze mit, als man beim ersten Probieren erwartet.

  9. 7

    Paprika einrühren und die Sämigkeit entwickeln

    Zutaten für diesen Schritt

    Edelsüßes Paprikapulver und geräuchertes Paprikapulver einrühren. Die Soljanka offen weiterköcheln lassen, bis sie sichtbar sämiger wird und am Löffel leicht haftet. Falls sie stärker einkocht als gewünscht, mit der zurückbehaltenen Brühe lockern und nochmals kurz sanft erhitzen.

    Notiz

    Paprikapulver sollte nicht trocken am Topfboden rösten, weil es schnell bitter werden kann.

  10. 8

    Kurz ruhen lassen und final abschmecken

    Zutaten für diesen Schritt

    Den Topf vom Herd ziehen und die Soljanka ruhen lassen. Lorbeerblätter entfernen. Bio-Zitrone waschen, halbieren und aus einer Hälfte etwas Saft direkt in die Suppe pressen. Zucker, Salz und Pfeffer einrühren, bis Tomate, Rauch, Gurke und Säure rund wirken.

    Notiz

    Die Ruhezeit macht die Säure runder und verhindert, dass du aus Ungeduld zu stark nachwürzt.

  11. Abschnitt

    Servieren

  12. 9

    Mit Saurer Sahne, Petersilie und Zitrone anrichten

    Zutaten für diesen Schritt

    Petersilie fein hacken und die übrige Zitronenhälfte in Spalten schneiden. Die heiße Soljanka in tiefe Teller oder Schalen füllen. Saure Sahne daraufgeben, mit Petersilie bestreuen und Zitronenspalten dazureichen. Beim Essen kann jeder noch Zitrone ausdrücken, ohne dass der ganze Topf zu sauer wird.

    Notiz

    Saure Sahne nicht im Topf sprudelnd aufkochen, sonst kann sie ausflocken und die Oberfläche wirkt grisselig.

Nährwerte

Die Werte sind aus den hinterlegten Zutaten berechnet und beziehen sich auf die aktuell gewählte Portionsmenge.

Pro Portion und für das ganze Rezept werden die wichtigsten Makros sowie Ballaststoffe, Zucker und Salz angezeigt, sofern die Daten vollständig vorliegen.

Kalorien

447 kcal

pro Portion

2681.8 kcal

gesamt aktuell (6 Portionen)

Kohlenhydrate

16.9 g

pro Portion

101.4 g

gesamt aktuell (6 Portionen)

Protein

23.2 g

pro Portion

139 g

gesamt aktuell (6 Portionen)

Fett

31.9 g

pro Portion

191.7 g

gesamt aktuell (6 Portionen)

Ballaststoffe

3.93 g

pro Portion

23.6 g

gesamt aktuell (6 Portionen)

Zucker

11 g

pro Portion

65.8 g

gesamt aktuell (6 Portionen)

Salz

5.27 g

pro Portion

31.6 g

gesamt aktuell (6 Portionen)

Anmerkung

Für eine Soljanka wie bei Oma zählt die Balance: Wurst kräftig anrösten, Tomatenmark dunkelrot rösten und die Säure über Gurkenwasser sowie Zitrone fein einstellen. Letscho sorgt für die typische DDR-Note und eine leichte Bindung. Wer es milder mag, nimmt beim Essen weniger Zitrone und rührt etwas mehr Saure Sahne unter.

FAQ

Häufige Fragen

Die Version orientiert sich klar an Soljanka nach DDR-Art: mit Kasseler, Jagdwurst, Cabanossi, Letscho und Gewürzgurken. Russische Soljanka ist die Grundlage, wird aber je nach Region und Haushalt sehr unterschiedlich gekocht. Darum ist „original“ bei Soljanka eher eine Stilfrage als eine einzige feste Zutatenliste.

Die Bindung entsteht durch kräftig angeröstetes Tomatenmark, Letscho, stückige Tomaten und offenes Köcheln. Wichtig ist, das Tomatenmark wirklich dunkelrot zu rösten und die Suppe am Ende etwas einkochen zu lassen. Mehl ist nicht nötig und würde die würzig-säuerliche Art eher dumpf machen.

Ja, Soljanka ist ideal zum Vorbereiten. Koche sie komplett fertig, lasse sie abkühlen und stelle sie abgedeckt kalt. Am nächsten Tag schmeckt sie oft runder, weil Rauch, Tomate und Gurkenwasser durchziehen. Saure Sahne, Petersilie und frische Zitrone gibst du erst beim Servieren dazu.

Gut abgekühlt und sauber abgedeckt hält sich Soljanka im Kühlschrank etwa 3 Tage. Beim Aufwärmen sollte sie einmal gründlich heiß werden, aber nicht lange sprudelnd kochen. Falls sie nach dem Kühlen sehr dick ist, kannst du sie mit etwas Brühe oder Wasser lockern.

Die Suppe lässt sich ohne Saure Sahne sehr gut einfrieren. Am besten portionsweise abfüllen, vollständig abkühlen lassen und bis zu 3 Monate einfrieren. Nach dem Auftauen langsam erhitzen und erst dann mit Zitrone, Petersilie und Saurer Sahne frisch fertigstellen.

Koche sie einige Minuten offen weiter und gleiche die Säure mit etwas zusätzlicher Tomate, Brühe oder einer kleinen Prise Zucker aus. Nicht sofort stark nachsalzen, denn Salz macht Säure oft noch kantiger. Saure Sahne beim Servieren mildert ebenfalls, ohne den ganzen Topf zu verändern.

Gut funktionieren Fleischwurst, Lyoner oder eine milde Bierschinken-Variante. Für die rauchige Tiefe sollte aber mindestens eine kräftigere Wurst wie Cabanossi, Krakauer oder eine andere geräucherte Brühwurst dabei sein. Wichtig ist die Mischung aus mild, rauchig und leicht würzig.

Gurkenwasser bringt die typische säuerliche Würze, die Soljanka von einer normalen Tomaten-Wurst-Suppe unterscheidet. Es ersetzt keinen Essig eins zu eins, weil es neben Säure auch Salz, Gewürze und leichte Süße enthält. Deshalb wird es nach der Brühe zugegeben und am Ende fein abgeschmeckt.

Klassisch passen frisches Mischbrot, Baguette, Toastbrot oder ein kräftiges Bauernbrot. Die Suppe ist durch Wurst, Kasseler und Letscho schon sehr sättigend, deshalb reicht eine einfache Brotbeilage meistens völlig aus.

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