Wildschweingulasch mit Rotwein und Wacholder aus dem Schmortopf
Dunkles Wildschweingulasch mit Rotwein, Wacholder und Wurzelgemüse: kräftig angeröstet, sanft geschmort und ohne Fertigbinder sämig.
Schulter oder Keule vom Wildschwein wird hier in Chargen gebräunt und leise im Schmortopf gegart. Rotwein, Wacholder und Wurzelgemüse sorgen für eine dunkle, glänzende Sauce mit sauberer Wildwürze.

Zutaten
Fleisch und Würzung
Röstbasis
Schmorflüssigkeit und Wildgewürze
Saucenfinish
Rezeptanleitung
Schritt für Schritt Ansicht
Abschnitt
Fleisch vorbereiten und kräftig anbraten
- 1
Wildschweinfleisch parieren und gegen die Faser schneiden
Zutaten für diesen Schritt
Das Wildschweinfleisch trocken tupfen, harte Sehnen, Silberhaut und sehr dicke Fettauflagen entfernen. Die Faserrichtung erkennen und das Fleisch quer dazu in gleichmäßige Gulaschwürfel schneiden; so lassen sich die Stücke später leichter mit der Gabel teilen. Erst direkt vor dem Anbraten mit dem abgemessenen Salz und Pfeffer würzen, damit keine unnötige Flüssigkeit austritt.
Notiz
Schulter und Keule dürfen etwas Bindegewebe haben; das schmilzt beim Schmoren und macht die Sauce voller.
- 2
Fleisch in Chargen dunkelbraun anbraten
Zutaten für diesen Schritt
Einen schweren Schmortopf auf mittelhoher bis hoher Stufe gründlich vorheizen und das Butterschmalz darin erhitzen. Das vorbereitete Fleisch portionsweise nebeneinander einlegen, ohne den Topfboden zu überfüllen. Jede Charge erst wenden, wenn sich die Unterseite von selbst löst und dunkelbraune Röststellen zeigt. Herausnehmen und sammeln; austretender Fleischsaft darf mit in den Schmoransatz, aber erst später.
Notiz
Zu viel Fleisch auf einmal senkt die Hitze. Dann entsteht grauer Kochsaft statt Bräunung.
Abschnitt
Röstgemüse, Rotwein und Wildgewürze aufbauen
- 3
Wurzelgemüse schneiden und im Bratansatz rösten
Zutaten für diesen Schritt
Zwiebeln grob würfeln, Möhren, Knollensellerie und Petersilienwurzel in kleine Würfel schneiden und den Knoblauch fein andrücken. Alles in den heißen Schmortopf geben und bei mittlerer Hitze rösten, bis die Zwiebeln glasig werden und das Gemüse an den Kanten leicht Farbe annimmt. Am Topfboden dürfen braune Stellen entstehen; schwarze, bittere Ränder solltest du vermeiden.
Notiz
Die kleineren Würfel von Wurzelgemüse und Sellerie geben der Sauce später mehr natürliche Bindung als sehr grobe Stücke.
- 4
Tomatenmark rösten, bis es kastanienbraun duftet
Zutaten für diesen Schritt
Das Tomatenmark zum gerösteten Gemüse geben und unter Rühren am Topfboden verteilen. Es soll dunkler werden, leicht süßlich und nussig riechen, aber nicht schwarz ansetzen. Dieser Röstschritt nimmt dem Mark die rohe Säure und gibt dem Wildschweingulasch Farbe, Tiefe und eine erste leichte Sämigkeit.
Notiz
Wenn das Tomatenmark zu schnell dunkel wird, die Hitze sofort reduzieren und weiterrühren.
- 5
Bratensatz mit Rotwein vollständig lösen
Zutaten für diesen Schritt
Den Rotwein nach und nach angießen und dabei mit einem hitzefesten Pfannenwender oder Holzlöffel den gesamten Bratensatz vom Topfboden lösen. Jede Zugabe kurz einkochen lassen, bis der Ansatz wieder kräftig duftet und nicht mehr scharf alkoholisch riecht. Erst wenn der Topfboden glatt ist und keine festen Röststellen mehr kleben, ist die Basis bereit für die Schmorflüssigkeit.
Notiz
Ungelöster Bratensatz kann später bitter werden; sauber gelöst macht er die Sauce rund und dunkel.
- 6
Fond, Wacholder und Kräuter zugeben
Zutaten für diesen Schritt
Die Wacholderbeeren nur leicht andrücken, nicht zermahlen. Den Wildfond angießen, Wacholderbeeren, Lorbeerblätter, Thymianzweige und Rosmarinzweig einlegen. Das angebratene Fleisch samt ausgetretenem Saft zurück in den Topf geben und alles einmal ruhig aufkochen lassen. Die Flüssigkeit soll das Fleisch knapp umspielen, nicht wie eine Suppe weit überdecken; so schmort es aromatisch und die Sauce bleibt konzentriert.
Notiz
Zu fein zerstoßener Wacholder kann harzig und dominant schmecken. Leicht angedrückt gibt er sein Aroma kontrollierter ab.
Abschnitt
Sanft schmoren und Sauce vollenden
- 7
Zugedeckt leise schmoren lassen
Den Deckel auflegen und die Hitze so weit reduzieren, dass nur gelegentlich kleine Bläschen aufsteigen. Das Wildschweingulasch langsam schmoren lassen und zwischendurch vorsichtig umrühren, damit nichts am Boden ansetzt. Nach etwa 2 Stunden erstmals prüfen; je nach Fleischstück sind insgesamt etwa 2 bis 2,5 Stunden Schmorzeit realistisch. Sinkt der Flüssigkeitsstand deutlich unter die Fleischoberkante, nur schluckweise heißes Wasser angießen; es gehört nicht in die Zutatenliste, weil es lediglich den Schmorstand ausgleicht.
Notiz
Der Deckel bleibt geschlossen, aber nicht vergessen: Ein kurzer Blick zwischendurch verhindert angelegte Sauce.
- 8
Mit der Gabelprobe den richtigen Garpunkt prüfen
Das Gulasch ist fertig geschmort, wenn ein Fleischstück beim Einstechen mit der Gabel spürbar nachgibt und sich an der Kante leicht auseinanderdrücken lässt. Es soll nicht faserig zerfallen, sondern saftig und mürbe bleiben. Wirkt das Fleisch noch federnd oder zäh, weitere 15 bis 20 Minuten sanft schmoren und erneut prüfen; Wildschwein braucht je nach Alter des Tiers etwas Geduld.
Notiz
Nicht nach der Uhr allein entscheiden. Die Gabelprobe ist zuverlässiger als jede pauschale Minutenangabe.
- 9
Kräuter entfernen und Sauce konzentrieren
Lorbeer, Thymian und Rosmarin aus dem Topf nehmen; einzelne Wacholderbeeren können ebenfalls entfernt werden, wenn du die Sauce milder magst. Das Gulasch ohne Deckel 8 bis 12 Minuten offen köcheln lassen, bis die Sauce sichtbar dunkler, glänzender und leicht sämig wird. Dabei vorsichtig rühren, damit die weichen Fleischstücke nicht zerfallen.
Notiz
Reduktion bindet sauberer als Saucenpulver. Wird die Sauce zu kräftig, mit einem kleinen Schuss heißem Wasser entspannen.
- 10
Saucenbalance mit Frucht, Säure und Butter abrunden
Zutaten für diesen Schritt
Preiselbeerkompott und Rotweinessig einrühren, dann den Topf von der starken Hitze nehmen. Die kalte Butter in kleinen Stücken einschwenken, bis die Sauce glänzt und runder schmeckt. Danach nicht mehr sprudelnd kochen, sonst kann die Butter ihre Bindung verlieren. Vor dem Servieren kurz ruhen lassen, damit sich Fleisch und Sauce setzen.
Notiz
Die Sauce soll würzig, leicht herb, fruchtig und nur dezent sauer schmecken. Genau diese Balance passt zu Spätzle, Knödeln oder Kartoffelpüree.
Nährwerte
Die Werte sind aus den hinterlegten Zutaten berechnet und beziehen sich auf die aktuell gewählte Portionsmenge.
Pro Portion und für das ganze Rezept werden die wichtigsten Makros sowie Ballaststoffe, Zucker und Salz angezeigt, sofern die Daten vollständig vorliegen.
Kalorien
628.3 kcal
pro Portion
2513.2 kcal
gesamt aktuell (4 Portionen)
Kohlenhydrate
20.2 g
pro Portion
81 g
gesamt aktuell (4 Portionen)
Protein
57.7 g
pro Portion
230.8 g
gesamt aktuell (4 Portionen)
Fett
25.7 g
pro Portion
103 g
gesamt aktuell (4 Portionen)
Ballaststoffe
5.1 g
pro Portion
20.4 g
gesamt aktuell (4 Portionen)
Zucker
7.96 g
pro Portion
31.8 g
gesamt aktuell (4 Portionen)
Salz
4.66 g
pro Portion
18.6 g
gesamt aktuell (4 Portionen)
Anmerkung
Für Wildschweingulasch eignen sich Schulter, Hals oder Keule mit etwas Bindegewebe besser als sehr magere Rückenstücke. Der Topf muss beim Anbraten breit genug sein: Liegt das Fleisch übereinander, kocht es im eigenen Saft und bleibt blass. Die Sauce wird bewusst nicht mit Fertigpulver gebunden; Geduld beim Reduzieren bringt den saubereren Geschmack.
FAQ
Häufige Fragen
Am besten sind Schulter, Hals oder Keule vom Wildschwein. Diese Stücke haben genug Bindegewebe für langes Schmoren und werden dadurch saftig mürbe. Sehr magere Rückenstücke sind teurer, aber für Gulasch weniger ideal, weil sie schneller trocken wirken.
Nur mit Abstand im Topf verdampft Feuchtigkeit schnell genug und das Fleisch bräunt kräftig. Liegt zu viel Fleisch auf einmal im Topf, kühlt der Boden ab, Fleischsaft tritt aus und die Stücke kochen grau statt Röstaromen zu entwickeln.
Entferne harte Sehnen und Silberhaut und schneide das Fleisch möglichst quer zur Faser in gleichmäßige Stücke. Quer zur Faser gegartes Fleisch lässt sich später leichter teilen und wirkt am Gaumen zarter.
Ja, Schmorgerichte profitieren sogar davon. Koche das Gulasch fertig, kühle es zügig ab und erwärme es am nächsten Tag langsam bei niedriger Hitze. Die Sauce wirkt dann oft runder; eventuell mit wenig heißem Wasser lockern.
Reste vollständig abkühlen lassen, abgedeckt in den Kühlschrank stellen und innerhalb von zwei bis drei Tagen verbrauchen. Zum Aufwärmen langsam erhitzen, bis das Fleisch durch und durch heiß ist. Einfrieren klappt ebenfalls, am besten portionsweise mit Sauce.
Für genau dieses Rotwein-Wacholder-Profil ist Rotwein wichtig. Ohne Alkohol kannst du kräftigen Wildfond oder Rinderfond mit einem kleinen Anteil dunklem Traubensaft und etwas Rotweinessig verwenden. Der Geschmack wird milder und weniger tief, bleibt aber schmorgerichttauglich.
Die beste Kontrolle ist die Gabelprobe: Ein Stück sollte beim Einstechen nachgeben und sich am Rand leicht auseinanderdrücken lassen. Wenn es noch elastisch zurückfedert, braucht es weitere sanfte Schmorzeit statt mehr Hitze.