Rinderbraten im Backofen – zart geschmort mit dunkler Sauce

Zarter Rinderbraten aus der Schulter mit kräftigem Schmorfond, dunkler Sauce und klarer Fühlerprobe statt Rätselraten.

Rinderschulter wird kräftig gebräunt und im geschlossenen Bräter langsam weich geschmort. Entscheidend sind ein dunkler Saucenansatz, mäßige Ofenhitze und die Fühlerprobe für wirklich zartes Fleisch.

Rinderbraten im Backofen – zart geschmort mit dunkler Sauce fertig angerichtet
Vorbereitung

35 min

Ruhezeit

20 min

Kochen

3 h 30 min

Zutaten

Rinderbraten

Saucenansatz

Sauce fertigstellen

Rezeptanleitung

Schritt für Schritt Ansicht

  1. Abschnitt

    Fleisch vorbereiten und kräftig anbraten

  2. 1

    Rinderschulter würzen und trocknen

    Zutaten für diesen Schritt

    Die Rinderschulter auf ein großes Brett legen und mit Küchenpapier sehr gründlich trocken tupfen. Größere Silberhaut außen flach entfernen, aber Fett und feine Bindegewebsadern nicht wegschneiden, denn sie halten den Schmorbraten saftig. Das Fleisch rundum würzen und kurz offen liegen lassen, während der Bräter heiß wird.

    Notiz

    Feuchtigkeit auf der Oberfläche bremst die Bräunung. Je trockener das Fleisch in den Bräter kommt, desto sauberer entstehen Röstaromen.

  3. 2

    Braten rundum dunkelbraun anrösten

    Zutaten für diesen Schritt

    Den Bräter auf dem Herd kräftig vorheizen und das Butterschmalz darin schmelzen lassen. Die gewürzte Rinderschulter einlegen und auf jeder Seite braten, bis eine dunkelbraune Kruste entstanden ist. Nicht dauernd bewegen: Erst wenn sich das Fleisch leicht vom Boden löst, wenden. Danach den Braten kurz auf einen Teller legen.

    Notiz

    Schwarze Stellen schmecken später bitter. Dunkelbraun ist gewünscht, verbranntes Fett oder verkohlte Gewürze nicht.

  4. Abschnitt

    Dunklen Saucenansatz aufbauen

  5. 3

    Wurzelgemüse im Bratfett rösten

    Zutaten für diesen Schritt

    Zwiebeln, Möhren, Knollensellerie, Lauch und Knoblauch in den heißen Bräter geben. Das Salz darüberstreuen und alles bei mittlerer bis kräftiger Hitze rösten, bis das Gemüse sichtbar Farbe nimmt und am Boden neue braune Ansätze entstehen. Dabei regelmäßig wenden, aber nicht zu früh ablöschen.

    Notiz

    Das Gemüse soll rösten, nicht wässern. Wenn es nur weich wird, die Hitze etwas erhöhen und ihm mehr Zeit geben.

  6. 4

    Tomatenmark nussig anrösten

    Zutaten für diesen Schritt

    Das Tomatenmark zum gerösteten Gemüse geben und unter Rühren mitrösten, bis es dunkler wird und nicht mehr roh-säuerlich riecht. Es darf am Bräterboden leicht ansetzen, sollte aber nicht schwarz werden. Dieser Röstschritt gibt der späteren Bratensauce Farbe, Umami und eine natürliche Bindung.

    Notiz

    Bittere Sauce entsteht oft durch verbranntes Tomatenmark. Lieber etwas früher ablöschen als zu spät.

  7. 5

    Rotwein portionsweise einkochen

    Zutaten für diesen Schritt

    Den Rotwein in mehreren kleinen Schwüngen angießen. Nach jeder Zugabe den Bräterboden mit einem Kochlöffel lösen und die Flüssigkeit wieder deutlich einkochen lassen, bevor der nächste Schwung folgt. Am Ende soll der Wein nicht mehr spitz riechen, sondern dunkel, rund und leicht sirupartig mit dem Gemüse verbunden sein.

    Notiz

    Alles auf einmal aufzugießen verdünnt die Röstaromen. Das stufenweise Reduzieren macht die Sauce kräftiger und weniger weinlastig.

  8. 6

    Fond und Gewürze zugeben

    Zutaten für diesen Schritt

    Den Rinderfond angießen und Lorbeerblätter, Thymian sowie Wacholderbeeren in den Saucenansatz geben. Alles einmal aufkochen lassen, dabei die letzten Bratrückstände vom Boden lösen. Der Ansatz soll würzig schmecken, aber noch nicht final salzig, weil er während des Schmorens und Reduzierens konzentrierter wird.

    Notiz

    Ein salzarmer Fond ist hilfreich, damit die Sauce später nicht zu kräftig salzig wird.

  9. Abschnitt

    Rinderbraten im Backofen schmoren

  10. 7

    Zugedeckt bei mäßiger Hitze schmoren

    Den Backofen auf 160 °C Ober-/Unterhitze vorheizen. Die angebratene Rinderschulter zurück in den Bräter setzen, den Deckel schließen und den Braten auf der unteren Schiene schmoren. Nach etwa der Hälfte der Zeit wenden oder mit Schmorfond begießen. Die Flüssigkeit soll den Bräterboden gut bedecken und ungefähr bis zur unteren Fleischhälfte reichen, aber nicht sprudelnd kochen.

    Notiz

    Blubbert die Sauce stark, ist die Hitze zu hoch. Dann die Ofentemperatur leicht reduzieren und dem Braten mehr Zeit geben.

  11. 8

    Mit Fühlerprobe auf Zartheit prüfen

    Nach etwa zweieinhalb Stunden zum ersten Mal prüfen. Ein dünner Metallspieß, eine Fleischgabel oder ein Kerntemperaturfühler soll fast ohne Widerstand in die dickste Stelle gleiten. Eine Kerntemperatur um 90 bis 95 °C ist ein guter Hinweis, ersetzt aber die Fühlprobe nicht. Gibt das Fleisch noch federnd Widerstand, zugedeckt weiter schmoren und erneut prüfen.

    Notiz

    Zäher Rinderbraten ist meistens nicht zu lange, sondern noch nicht lange genug geschmort. Geduld löst das Bindegewebe.

  12. 9

    Braten ruhen lassen

    Den zarten Rinderbraten aus dem Schmorfond heben, locker abdecken und 20 Minuten ruhen lassen. In dieser Zeit entspannt sich das Fleisch, der Saft verteilt sich besser und die Scheiben reißen beim Schneiden weniger aus. Den Schmorfond im Bräter lassen; daraus wird direkt die dunkle Sauce fertiggestellt.

    Notiz

    Den Braten nicht fest in Folie einschließen, sonst weicht die schöne Oberfläche auf.

  13. Abschnitt

    Sauce fertigstellen und richtig aufschneiden

  14. 10

    Schmorfond passieren und reduzieren

    Zutaten für diesen Schritt

    Den Schmorfond durch ein feines Sieb in einen Topf passieren und das Gemüse nur sanft ausdrücken. Die Sauce offen einkochen lassen, bis sie kräftig schmeckt und den Löffel dünn überzieht. Mit Rotweinessig und Meersalz abrunden. Bittere oder schwarz geröstete Rückstände nicht in die Sauce drücken.

    Notiz

    Nicht brutal ausdrücken, sonst können Trübstoffe und bittere Gemüsefasern in die Sauce gelangen.

  15. 11

    Sauce mit kalter Butter binden

    Zutaten für diesen Schritt

    Den Topf vom starken Kochen nehmen und die kalte Butter in die heiße Sauce einrühren, bis sie glänzt und leicht cremig wirkt. Danach nicht mehr sprudelnd kochen, sonst trennt sich die Butter und die Sauce verliert ihren seidigen Eindruck. Bei sehr kräftiger Reduktion lieber nur sanft warm halten.

    Notiz

    Die Butter bindet die Sauce nicht allein, rundet sie aber ab und sorgt für Glanz.

  16. 12

    Rinderbraten gegen die Faser schneiden

    Die Faserrichtung am Braten suchen und das Fleisch quer dazu in gleichmäßige Scheiben schneiden. So wirken auch kräftige Schmorstücke angenehm zart. Die Scheiben kurz in der heißen Sauce wenden oder direkt auf vorgewärmten Tellern mit Sauce überziehen. Dazu passen Kartoffelklöße, Spätzle, Salzkartoffeln, Rotkohl oder glasierte Möhren.

    Notiz

    Schneidest du mit der Faser, ziehen sich lange Fleischstränge über die Scheibe und der Braten wirkt trotz guter Garung zäh.

Nährwerte

Die Werte sind aus den hinterlegten Zutaten berechnet und beziehen sich auf die aktuell gewählte Portionsmenge.

Pro Portion und für das ganze Rezept werden die wichtigsten Makros sowie Ballaststoffe, Zucker und Salz angezeigt, sofern die Daten vollständig vorliegen.

Kalorien

675.3 kcal

pro Portion

4051.8 kcal

gesamt aktuell (6 Portionen)

Kohlenhydrate

16.2 g

pro Portion

97.3 g

gesamt aktuell (6 Portionen)

Protein

46.4 g

pro Portion

278.2 g

gesamt aktuell (6 Portionen)

Fett

42.3 g

pro Portion

253.8 g

gesamt aktuell (6 Portionen)

Ballaststoffe

4.33 g

pro Portion

26 g

gesamt aktuell (6 Portionen)

Zucker

6.73 g

pro Portion

40.4 g

gesamt aktuell (6 Portionen)

Salz

4.38 g

pro Portion

26.3 g

gesamt aktuell (6 Portionen)

Anmerkung

Für einen sauberen Anschnitt den Braten nach dem Schmoren ruhen lassen und quer zur Faser schneiden. Alkoholfreier Austausch: Rotwein durch Rinderfond ersetzen und die fertige Sauce mit Rotweinessig abschmecken.

FAQ

Häufige Fragen

Rinderschulter ist ideal, weil sie genug Bindegewebe und feine Marmorierung hat. Beim langsamen Schmoren wird sie saftig und zart. Auch falsches Filet aus der Schulter funktioniert gut. Sehr magere Stücke wie reine Nuss können schneller trocken wirken und brauchen besonders sorgfältige Ofenführung.

Dann ist das Bindegewebe meist noch nicht vollständig weich geschmort. Den Braten wieder zugedeckt in den Ofen geben und weitergaren, bis ein dünner Fühler fast ohne Widerstand hineingleitet. Die Fühlerprobe ist bei Schmorbraten zuverlässiger als eine feste Minutenangabe.

Ja, Schmorbraten lässt sich sehr gut vorbereiten. Den gegarten Braten am besten im Schmorfond abkühlen lassen und kalt stellen. Am nächsten Tag in Scheiben schneiden und langsam in der Sauce erwärmen, dann bleibt das Fleisch saftig und die Sauce schmeckt noch runder.

Für eine alkoholfreie Variante den Rotwein durch zusätzlichen Rinderfond ersetzen. Weil die fruchtige Säure fehlt, die fertige Sauce mit etwas Rotweinessig balancieren. Wichtig bleibt das gründliche Rösten von Gemüse und Tomatenmark, damit die Sauce dunkel und kräftig wird.

Ist die Sauce zu dünn, offen weiter einkochen lassen, bis sie den Löffel leicht überzieht. Bitterkeit entsteht meist durch verbranntes Tomatenmark oder schwarze Bratrückstände. In diesem Fall den Fond nicht stark ausdrücken, mit etwas Butter abrunden und nur die angenehm schmeckende Basis verwenden.

Die Scheiben in die Sauce legen und bei niedriger Hitze langsam erwärmen, ohne starkes Kochen. So nimmt das Fleisch wieder Feuchtigkeit auf und bleibt zart. In der Mikrowelle nur kurz und abgedeckt erhitzen; besser ist ein kleiner Topf mit Sauce.

Zur dunklen Sauce passen saugende Beilagen am besten: Kartoffelklöße, Semmelknödel, Spätzle, Kartoffelpüree oder Salzkartoffeln. Als Gemüse sind Rotkohl, Rosenkohl, glasierte Möhren oder grüne Bohnen schöne klassische Begleiter.

Veröffentlicht: Aktualisiert:

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