Gänsebraten aus dem Backofen mit Apfel-Zwiebel-Füllung

Ganze Gans mit Apfel-Zwiebel-Majoran-Füllung, goldbrauner Haut und kräftiger Soße aus dem Bratensatz – am selben Tag im Backofen gegart.

Die ganze Gans gart zunächst bei moderater Hitze und bräunt zum Schluss heiß nach. Das Röstgemüse wird mit dem Bratensatz fein püriert, gebunden und als Soße serviert.

Gänsebraten aus dem Backofen mit Apfel-Zwiebel-Füllung fertig angerichtet
Vorbereitung

1 h

Ruhezeit

1 h 10 min

Kochen

3 h 30 min

Zutaten

Für Gans, Füllung und Würzung

Für die Apfel-Zwiebel-Füllung

Für Füllung und Soßenansatz

Für den Soßenansatz

Für die Soße

Rezeptanleitung

Schritt für Schritt Ansicht

  1. Abschnitt

    Gans vorbereiten und füllen

  2. 1

    Gans trocknen, würzen und die Haut vorbereiten

    Zutaten für diesen Schritt

    Hals, Innereien und lose Fettstücke aus dem Bauchraum nehmen, falls sie enthalten sind. Die Gans innen und außen sehr gründlich trocken tupfen. Die Haut an Brust, Keulen und besonders fetten Stellen nur oberflächlich mit einer Nadel einstechen, ohne ins Fleisch zu schneiden. Anschließend innen und außen mit Salz, Pfeffer, Majoran und Beifuß einreiben und etwa 40 Minuten bei kühler Raumtemperatur stehen lassen.

    Notiz

    Nicht tief einstechen: Kleine Hautstiche lassen Fett besser ablaufen, tiefe Stiche lassen Fleischsaft austreten und können die Brust trockener machen.

  3. 2

    Apfel-Zwiebel-Majoran-Füllung mischen

    Zutaten für diesen Schritt

    Die säuerlichen Äpfel aus den Step-Zutaten vierteln, entkernen und in grobe Würfel schneiden. Die gelben Zwiebeln für die Füllung schälen und ebenfalls grob würfeln. Vom frischen Majoran die Blättchen abzupfen und grob hacken. Äpfel, Zwiebeln und Majoran mit Salz und Pfeffer in einer großen Schüssel locker mischen. Die Stücke nicht zerdrücken und nicht zu fein schneiden, damit die Füllung im Bauchraum stückig bleibt und heiße Luft zirkulieren kann.

    Notiz

    Säuerliche Äpfel bringen Frische in das kräftige Fleisch. Eine lockere Füllung gart berechenbarer als eine fest zusammengedrückte Masse.

  4. 3

    Gans locker füllen und sicher binden

    Die Apfel-Zwiebel-Majoran-Mischung in den Bauchraum geben, aber nicht fest hineindrücken. Die Öffnung mit Küchengarn oder Rouladennadeln schließen. Danach die Keulen über Kreuz zusammenbinden und die Flügelspitzen unter den Körper stecken oder eng anbinden, damit sie nicht verbrennen und die Gans später stabil auf dem Rost liegt.

    Notiz

    Eine zu prall gefüllte Gans gart langsamer und kann an der Öffnung aufplatzen. Locker gefüllt bleibt der Garverlauf kontrollierbarer.

  5. 4

    Gemüsebett für den Bratensatz ansetzen

    Zutaten für diesen Schritt

    Die Karotten und den Knollensellerie aus den Step-Zutaten schälen oder sauber abbürsten und in grobe Würfel schneiden. Den Lauch längs einschneiden, sandige Stellen gründlich ausspülen und in grobe Ringe schneiden. Die gelben Zwiebeln für den Soßenansatz schälen und grob würfeln. Alles in den Bräter geben, den Rost darüber einsetzen und die gefüllte Gans mit der Brustseite nach unten auflegen. Das Gemüse soll unter der Gans liegen, aber die Haut nicht berühren.

    Notiz

    Das Gemüse liefert Tiefe für die Soße und wird später vollständig püriert. Es darf kräftig rösten, sollte aber nicht schwarz werden, sonst schmeckt der Bratensatz bitter.

  6. Abschnitt

    Gans im Backofen braten

  7. 5

    Schonend mit der Brust nach unten starten

    Den Backofen auf 160 °C Ober-/Unterhitze vorheizen. Den Bräter auf die untere Schiene schieben und die Gans etwa 60 Minuten mit der Brustseite nach unten braten. In dieser ersten Phase wird die Brust durch austretendes Fett geschützt, während Keulen und Rücken langsam Temperatur aufnehmen.

    Notiz

    Ober-/Unterhitze ist für eine ganze Gans kontrollierbarer als Umluft. Umluft kann schneller austrocknen und ungleichmäßiger bräunen.

  8. 6

    Fett abschöpfen und den Bratensatz schützen

    Zutaten für diesen Schritt

    Den Bräter kurz herausziehen und die Gans vorsichtig auf eine Seite drehen. Sichtbar ausgetretenes Fett mit einer Kelle von der Oberfläche nehmen. Den Fond in den Bräter gießen, ohne die Haut zu übergießen, und weitere 30 Minuten braten, bis die Seitenpartie Farbe bekommt.

    Notiz

    Abgeschöpftes Gänsefett ist kein Abfall: Durch ein feines Sieb gegossen und gekühlt eignet es sich später für Rotkohl, Bratkartoffeln oder Knödelreste.

  9. 7

    Auf die andere Seite wenden und gleichmäßig garen

    Die Gans erneut vorsichtig drehen, diesmal auf die andere Seite, und weitere 30 Minuten braten. Wieder Fett von der Oberfläche des Bratensatzes abschöpfen. Wird das Gemüse sehr dunkel, den Bräter etwas tiefer einschieben oder die Temperatur kurz reduzieren.

    Notiz

    Zum Wenden sind zwei stabile Heber oder hitzefeste Bratenhandschuhe sicherer als eine Fleischgabel, die die Haut aufreißen kann.

  10. 8

    Brust nach oben fertig garen

    Die Gans mit der Brustseite nach oben drehen und etwa 90–110 Minuten weiterbraten. Ab jetzt soll die Haut trocken bleiben: nicht ständig begießen, sondern nur zu dunkle Stellen locker mit Backpapier abdecken. Gar ist die Gans, wenn die dickste Keulenstelle nahe am Knochen etwa 82–85 °C erreicht und beim Anstechen klarer Saft austritt. Das Thermometer danach in die Mitte der Füllung stecken, ohne Knochen oder Bauchwand zu berühren; auch dort müssen mindestens 75 °C erreicht sein.

    Notiz

    Keule und Füllung brauchen getrennte Messpunkte. Erreicht die Keule ihren Zielwert früher, zu dunkle Haut abdecken und weitergaren, bis auch die Füllungsmitte 75 °C erreicht.

  11. 9

    Haut heiß und kontrolliert aufknuspern

    Die Ofentemperatur auf 220 °C erhöhen und die Gans 10–15 Minuten bräunen, bis die Haut tief goldbraun ist und beim Antippen trocken wirkt. Dabei eng beobachten: Durch das ausgetretene Fett kann die Haut schnell von knusprig zu dunkel wechseln.

    Notiz

    Falls dein Ofen stark grillt, lieber kürzer und aufmerksam bräunen statt lange bei hoher Hitze zu trocknen.

  12. 10

    Gans ruhen lassen und Bratensaft sichern

    Die fertige Gans auf ein großes Brett oder eine vorgewärmte Platte heben und 30 Minuten locker abgedeckt ruhen lassen. Den Bräter nicht auswaschen: Bratensatz, Röstgemüse und ausgetretener Fleischsaft bleiben die Basis der Soße. Während der Ruhe verteilt sich der Saft im Fleisch und die Haut lässt sich sauberer tranchieren.

    Notiz

    Nicht fest in Folie wickeln, sonst staut sich Dampf und die mühsam aufgeknusperte Haut wird wieder weich.

  13. Abschnitt

    Soße aus Bratensatz und Röstgemüse kochen

  14. 11

    Bratensatz entfetten, Tomatenmark rösten und ablöschen

    Zutaten für diesen Schritt

    Vom Bräter so viel klares Fett abschöpfen, dass nur ein dünner Film auf dem Röstgemüse bleibt. Den Bräter auf den Herd stellen, Tomatenmark einrühren und kurz anrösten, bis es dunkler duftet. Mit Rotwein ablöschen und die Röststoffe mit einem Holzlöffel vom Boden lösen, ohne verbrannte Stellen einzukratzen.

    Notiz

    Je gründlicher das Fett entfernt wird, desto klarer und kräftiger wirkt die Soße später statt schwer und ölig.

  15. 12

    Soße auskochen, fein pürieren und binden

    Zutaten für diesen Schritt

    Vom kalten ungesalzenen Geflügelfond aus den Step-Zutaten eine kleine Portion zum Anrühren der Speisestärke zurückhalten. Den übrigen Geflügelfond in den Bräter geben und alles offen köcheln lassen, bis das Röstgemüse vollständig weich ist. Den gesamten Ansatz samt Gemüse in einen hohen Topf umfüllen und mit einem Stabmixer sehr fein pürieren. Die Speisestärke mit dem zurückbehaltenen Fond glatt rühren, unter Rühren zugeben und kurz köcheln lassen, bis die Soße den Löffel leicht überzieht. Mit feinem Meersalz und frisch gemahlenem schwarzem Pfeffer abschmecken, die kalte Süßrahmbutter einrühren und danach nicht mehr sprudelnd kochen.

    Notiz

    Das vollständige Pürieren erhält das Röstgemüse in der Soße und vermeidet einen fachlich unbelegten Nährwertübergang durch verworfene Feststoffe. Wird die Soße zu dick, schluckweise heißes Wasser einarbeiten.

  16. 13

    Gans tranchieren und mit Soße servieren

    Küchengarn oder Nadeln entfernen und die Füllung vollständig in eine Schale geben. Die Temperatur in ihrer Mitte prüfen. Liegt sie unter 75 °C, die Füllung sofort in einen Topf oder eine Ofenform geben und unter Rühren beziehungsweise abgedeckt weiter erhitzen, bis sie im Kern mindestens 75 °C erreicht. Währenddessen die Keulen am Gelenk abtrennen, die Brustfilets entlang des Brustbeins auslösen und quer zur Faser in Scheiben schneiden. Die Füllung erst zusammen mit Fleisch, Haut und heißer Soße servieren, wenn sie mindestens 75 °C erreicht hat.

    Notiz

    Klassisch passen Rotkohl, Kartoffelklöße, Semmelknödel oder Salzkartoffeln besonders gut dazu.

Nährwerte

Die Werte sind aus den hinterlegten Zutaten berechnet und beziehen sich auf die aktuell gewählte Portionsmenge.

Pro Portion und für das ganze Rezept werden die wichtigsten Makros sowie Ballaststoffe, Zucker und Salz angezeigt, sofern die Daten vollständig vorliegen.

Kalorien

1164.8 kcal

pro Portion

6989.1 kcal

gesamt aktuell (6 Portionen)

Kohlenhydrate

24.5 g

pro Portion

147.3 g

gesamt aktuell (6 Portionen)

Protein

86 g

pro Portion

515.9 g

gesamt aktuell (6 Portionen)

Fett

75.3 g

pro Portion

452 g

gesamt aktuell (6 Portionen)

Ballaststoffe

4.95 g

pro Portion

29.7 g

gesamt aktuell (6 Portionen)

Zucker

12.9 g

pro Portion

77.2 g

gesamt aktuell (6 Portionen)

Salz

7.63 g

pro Portion

45.8 g

gesamt aktuell (6 Portionen)

Anmerkung

Für eine gleichmäßige Garung sollte die Gans nicht eiskalt in den Ofen kommen. Bei sehr großen Tieren etwas zusätzliche Garzeit einplanen und den Gargrad immer an der dicksten Keulenstelle prüfen, nicht nur nach Uhr.

FAQ

Häufige Fragen

Am zuverlässigsten ist ein Fleischthermometer. Miss an der dicksten Stelle der Keule, ohne den Knochen zu berühren. Bei etwa 82–85 °C ist die ganze Gans sicher gegart; zusätzlich sollte austretender Saft klar und nicht rosa wirken.

Die Haut muss vor dem Braten sehr trocken sein und darf nur oberflächlich eingestochen werden. Während der letzten Bratphase wird die Temperatur erhöht. Häufiges Begießen ist kontraproduktiv, weil Feuchtigkeit die Haut wieder weich macht.

Ja, dieses Rezept ist genau dafür ausgelegt. Du kannst Füllung, Würzung und Binden morgens erledigen und die Gans bis zum Braten gut gekühlt lagern. Vor dem Ofen sollte sie aber kurz temperieren, damit sie gleichmäßiger gart.

Schöpfe es während des Bratens regelmäßig ab, damit der Bratensatz nicht fettig wird. Durch ein feines Sieb gegossen und gekühlt hält sich Gänsefett einige Tage und ist hervorragend für Rotkohl, Bratkartoffeln oder zum Anbraten von Knödelresten.

Ja, ersetze den Rotwein durch zusätzlichen ungesalzenen Geflügelfond. Für etwas Säure kannst du erst beim Abschmecken einen kleinen Schuss Apfelsaft oder milden Essig zugeben. Die Soße wird dann heller und etwas milder.

Begießen bringt zwar kurzfristig Glanz, macht die Haut aber wieder feucht. Für knusprige Haut ist es besser, Fett abzuschöpfen, die Haut trocken zu halten und erst am Ende mit höherer Temperatur zu bräunen.

Fleisch, Füllung und Soße getrennt abkühlen lassen und luftdicht im Kühlschrank lagern. Innerhalb von zwei Tagen verbrauchen. Zum Aufwärmen Fleisch sanft in etwas Soße erhitzen; knusprige Haut wird separat kurz im heißen Ofen wieder besser.

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