Plany Rezeptdruck
Sauerteigbrot mit Dinkel aus dem Topf – knusprig und saftig
Dinkel-Sauerteigbrot wird im heißen Topf gebacken: milde Säure, saftige Krume, rösche Kruste und kalte Stückgare mit klaren Garzeichen statt starrer Uhr.

Nährwerte
Richtwerte pro Portion und für das gesamte Rezept.
Zutatenübersicht
Für 6 Portionen.
Hauptteig
- 100 g Sauerteig-Anstellgut, bei voller Triebkraft, mild-säuerlich duftend und sichtbar blasig
- 380 g Dinkelmehl Type 1050, bringt nussiges Aroma und eine saftige, etwas weichere Krume
- 120 g Roggenmehl Type 1150, stärkt Sauerteigaroma, Frischhaltung und Farbe
- 350 g lauwarmes Wasser, ideal handwarm, nicht heiß, damit der Sauerteig aktiv bleibt
- 12 g feines Meersalz, stabilisiert den Teig und rundet die Säure ab
Zum Formen und Backen
- 20 g Dinkelmehl Type 1050 zum Bemehlen, für Arbeitsfläche und Hände sparsam verwenden
- 10 g Reismehl zum Ausstreuen, für Gärkorb oder bemehltes Tuch; klebt weniger stark als Dinkelmehl
Zubereitung
11 Schritte, mit den passenden Zutaten direkt im Ablauf.
Teig mischen und Trieb entwickeln
Sauerteig auf Backreife prüfen
Zutaten: 100 g Sauerteig-Anstellgut, bei voller Triebkraft, mild-säuerlich duftend und sichtbar blasig
Das Sauerteig-Anstellgut sollte sein Volumen deutlich vergrößert haben, viele kleine Blasen zeigen und angenehm säuerlich bis joghurtartig riechen. Fällt es schon stark ein oder riecht stechend alkoholisch, frische es vor dem Backen noch einmal auf, sonst wird der Laib flach und zu sauer.
Notiz: Sehr kaltes Anstellgut braucht länger. Für eine planbare Gare am besten bei Raumtemperatur verwenden.
Mehle mit Wasser zur Autolyse mischen
Zutaten: 380 g Dinkelmehl Type 1050 · 120 g Roggenmehl Type 1150 · 320 g lauwarmes Wasser
Dinkelmehl, Roggenmehl und den größeren Teil des lauwarmen Wassers in einer großen Schüssel mischen, bis keine trockenen Mehlnester mehr sichtbar sind. Die Schüssel abdecken und den Teig 30 Minuten ruhen lassen, damit das Mehl quellen kann und später ohne starkes Kneten elastischer wird.
Notiz: Die Masse wirkt anfangs grob und klebrig. Nach der Ruhezeit wird sie spürbar glatter und lässt sich besser falten.
Sauerteig und Salz einarbeiten
Zutaten: 100 g Sauerteig-Anstellgut · 12 g feines Meersalz · 30 g lauwarmes Wasser
Das geprüfte Sauerteig-Anstellgut auf den vorgequollenen Teig geben. Meersalz im restlichen lauwarmen Wasser lösen, dazugeben und alles mit feuchten Händen zusammendrücken und falten, bis der Teig gleichmäßig wirkt. Nicht trocken nachmehlen, auch wenn er zunächst klebt.
Notiz: Salzwasser verteilt sich leichter im Teig und verhindert kleine Salznester in der Krume.
Teig schonend dehnen und falten
Den Teig abdecken und bei Raumtemperatur gehen lassen. Während der ersten Stunden mehrmals mit angefeuchteten Händen von außen zur Mitte dehnen und falten. Höre auf, sobald der Teig spürbar mehr Spannung bekommt, die Oberfläche glatter wirkt und er sich weniger breit macht.
Notiz: Dinkelteig mag keine harte Behandlung. Sanftes Falten baut Struktur auf, ohne die Krume später schmierig oder dicht zu machen.
Stockgare bis zu sichtbaren Blasen führen
Zutaten: 100 g Sauerteig-Anstellgut, bei voller Triebkraft, mild-säuerlich duftend und sichtbar blasig
Den gefalteten Teig weiter abgedeckt bei Raumtemperatur reifen lassen, bis er deutlich luftiger ist, am Rand kleine Blasen zeigt und ungefähr um die Hälfte an Volumen gewonnen hat. Eine komplette Verdopplung ist hier nicht nötig; zu lange Gare lässt Dinkel-Sauerteigbrot eher breitlaufen.
Notiz: Die Dauer hängt stark von Raumtemperatur und Sauerteigkraft ab. Garzeichen sind wichtiger als eine starre Uhrzeit.
Formen, kalt reifen und backen
Teigling vorsichtig vorformen
Zutaten: 10 g Dinkelmehl Type 1050 zum Bemehlen
Die Arbeitsfläche nur dünn bemehlen und den Teig darauf kippen, ohne die eingeschlossene Luft herauszudrücken. Die Ränder locker zur Mitte schlagen, den Teigling umdrehen und rund ziehen, bis die Oberfläche leicht gespannt ist. Danach kurz entspannen lassen.
Notiz: Zu viel Mehl zwischen den Teiglagen verhindert, dass der Laib später sauber zusammenhält.
Straff formen und in den Gärkorb setzen
Zutaten: 10 g Dinkelmehl Type 1050 zum Bemehlen · 10 g Reismehl zum Ausstreuen
Den Teigling erneut mit wenig Dinkelmehl bearbeiten, straff rund oder länglich formen und mit dem Schluss nach oben in einen mit Reismehl ausgestreuten Gärkorb legen. Die Oberfläche soll gespannt sein, aber nicht reißen; kleine Klebestellen mit bemehlten Fingern lösen statt am Teig zu ziehen.
Notiz: Kein Gärkorb da? Eine Schüssel mit sauberem, kräftig bemehltem Küchentuch funktioniert ebenfalls.
Über Nacht kalt reifen lassen
Den geformten Teigling abdecken und in den Kühlschrank stellen. Dort reift er langsam weiter, entwickelt mehr Aroma und wird fester zum Einschneiden. Am nächsten Tag sollte er sichtbar aufgegangen sein und auf sanften Fingerdruck langsam zurückfedern, ohne sofort zusammenzufallen.
Notiz: Federt der Teig sofort zurück, braucht er noch Zeit. Bleibt die Delle tief stehen, möglichst bald backen.
Topf und Ofen kräftig vorheizen
Zutaten: 100 g Sauerteig-Anstellgut, bei voller Triebkraft, mild-säuerlich duftend und sichtbar blasig
Den Backofen mit geschlossenem gusseisernem Topf oder Bräter auf 250 °C Ober-/Unterhitze mindestens 30 Minuten vorheizen. Die starke Anfangshitze ist wichtig, damit das Sauerteigbrot schnell aufspringt und eine dünne, rösche Kruste bildet. Den Teigling bis zum Backen kalt lassen.
Notiz: Ohne heißen Topf fehlt oft der Ofentrieb. Ein Backstahl mit umgedrehtem Blech als Haube ist eine gute Alternative.
Einschneiden und mit Deckel backen
Den kalten Teigling vorsichtig auf Backpapier stürzen, überschüssiges Mehl leicht abpinseln und die Oberfläche mit einer scharfen Klinge tief einschneiden. Sofort in den heißen Topf setzen, Deckel schließen und bei 250 °C etwa 20 bis 25 Minuten backen, bis der Laib deutlich aufgegangen ist und der Schnitt kräftig aufreißt.
Notiz: Ein entschlossener Schnitt führt den Ofentrieb. Viele flache Schnitte lassen das Brot unkontrolliert reißen.
Ohne Deckel dunkel ausbacken und abkühlen
Zutaten: 100 g Sauerteig-Anstellgut, bei voller Triebkraft, mild-säuerlich duftend und sichtbar blasig
Den Deckel abnehmen, die Temperatur auf 220 °C reduzieren und das Sauerteigbrot weitere 20 bis 25 Minuten fertig backen, bis die Kruste satt braun ist und der Boden hohl klingt. Danach auf einem Gitter vollständig auskühlen lassen. Zu frühes Anschneiden macht die Krume klebrig, weil der Dampf noch nicht entwichen ist.
Notiz: Für besonders saubere Scheiben mindestens eine Stunde warten; Brot mit Roggenanteil schneidet sich nach längerer Ruhe sogar noch besser.
Rezeptnotiz
Zeitplan für entspanntes Backen: Morgens den Teig mischen, tagsüber falten und gehen lassen, abends formen und über Nacht kalt reifen lassen. Am nächsten Morgen direkt aus dem Kühlschrank backen. Variante für ein reines Dinkel-Sauerteigbrot: Roggenmehl durch Dinkelvollkornmehl ersetzen und beim Mischen etwas Wasser zurückhalten, weil Dinkelteig schneller weich wird. Für ein kräftigeres Bauernbrot kann Roggenmehl Type 1150 durch Roggenvollkornmehl ersetzt werden; die Krume wird dann dichter und aromatischer.
Eigene Notizen
Häufige Fragen
Kann ich dieses Sauerteigbrot backen, wenn ich Anfänger bin?
Ja, das Rezept ist anfängerfreundlich, weil es mit Garzeichen statt nur mit starren Uhrzeiten arbeitet. Wichtig sind ein aktives Anstellgut, sichtbare Blasen in der Stockgare und ein sehr gut vorgeheizter Topf. Plane beim ersten Mal lieber etwas Puffer ein.
Warum wird mein Sauerteigbrot innen klebrig?
Klebrige Krume entsteht oft durch zu kurze Backzeit, zu frühes Anschneiden oder Übergare. Backe das Brot kräftig aus, lasse es auf einem Gitter vollständig abkühlen und forme den Teig, bevor er weich wird oder sichtbar zusammenfällt.
Kann ich daraus ein reines Dinkel-Sauerteigbrot machen?
Ja, ersetze das Roggenmehl durch Dinkelvollkornmehl oder weiteres Dinkelmehl Type 1050. Halte beim Mischen etwas Wasser zurück und gib es nur dazu, wenn der Teig stabil bleibt, denn Dinkel nimmt Wasser anders auf und wird schneller weich.
Was mache ich, wenn mein Sauerteig-Anstellgut nicht stark genug ist?
Frische das Anstellgut vor dem Backen ein- bis zweimal auf, bis es sich zuverlässig vergrößert, Blasen zeigt und angenehm säuerlich riecht. Ein schwaches Anstellgut verlängert die Gare deutlich und sorgt oft für flache Brote mit dichter Krume.
Kann ich Sauerteigbrot ohne gusseisernen Topf backen?
Ja, nutze einen heißen Backstein oder ein vorgeheiztes Blech und erzeuge zu Beginn Dampf, zum Beispiel mit einer hitzefesten Schale im Ofen. Der Topf ist aber die sicherste Methode, weil er Hitze und Feuchtigkeit direkt um den Laib hält.
Wie bewahre ich Sauerteigbrot am besten auf?
Sauerteigbrot bleibt am besten mit der Schnittfläche nach unten auf einem Holzbrett oder in einem Brottopf frisch. Nicht luftdicht in Plastik lagern, sonst wird die Kruste weich. Scheiben lassen sich sehr gut einfrieren und direkt toasten.
Kann ich den Teig länger im Kühlschrank reifen lassen?
Eine kalte Stückgare über Nacht ist ideal. Längere Kühlschrankzeiten sind möglich, wenn der Teig vorher noch nicht zu weit gereift war. Wird er sehr weich, riecht stark sauer oder fällt ein, war die Gare zu lang.
Woran erkenne ich, dass das Sauerteigbrot fertig gebacken ist?
Die Kruste sollte kräftig gebräunt sein, der Boden beim Klopfen hohl klingen und das Brot sich für seine Größe eher leicht anfühlen. Wer exakt prüfen möchte, misst die Kerntemperatur; sie liegt bei einem Mischbrot ideal im hohen Neunzigerbereich.