Pinsa romana mit luftigem Rand und Tomate-Mozzarella-Belag

Selbst gemachte Pinsa mit Weizen-, Reis- und Sojamehl, langer Kühlschrankgare, krossem Boden und sparsamem Tomate-Mozzarella-Belag.

Lange kalte Reife und hoher Wasseranteil schaffen eine luftige Krume. Das Vorbacken auf heißem Stein hält den Boden unter Tomate und Mozzarella kross.

Pinsa romana mit luftigem Rand und Tomate-Mozzarella-Belag fertig angerichtet
Vorbereitung

1 h

Ruhezeit

27 h 20 min

Kochen

22 min

Zutaten

Für den Pinsateig

Für den Pinsateig und die Sauce

Für den Pinsateig, die Sauce und zum Fertigstellen

Zum Formen

Für den Belag

Zum Fertigstellen

Rezeptanleitung

Schritt für Schritt Ansicht

  1. Abschnitt

    Teig ansetzen und Struktur aufbauen

  2. 1

    Mehle mit Hefe gleichmäßig mischen

    Zutaten für diesen Schritt

    Weizenmehl, Reismehl, Sojamehl und Trockenhefe in einer großen Schüssel gründlich vermengen. Die Mischung soll gleichmäßig aussehen, damit die Hefe fein verteilt ist und der Teig später nicht unregelmäßig aufgeht.

    Notiz

    Reismehl und Sojamehl können kleine Klümpchen bilden. Zerdrücke sichtbare Stellen direkt in der trockenen Mischung mit den Fingern oder einem Löffel.

  3. 2

    Hauptwasser einarbeiten und quellen lassen

    Zutaten für diesen Schritt

    Das Hauptwasser zur Mehlmischung geben und mit einem stabilen Teigmischer, Löffel oder den Händen mischen, bis keine trockenen Mehlnester mehr sichtbar sind. Die Schüssel abdecken und den klebrigen Teig etwa 20 Minuten ruhen lassen.

    Notiz

    Der Teig wirkt jetzt unfertig und klebt stark. Das ist richtig, denn die Mehle nehmen während der kurzen Quellzeit erst sichtbar Wasser auf.

  4. 3

    Salzlösung und Olivenöl schonend einkneten

    Zutaten für diesen Schritt

    Das übrige Wasser mit dem Teigsalz verrühren, zum Teig geben und mit nassen Händen einarbeiten. Danach das Olivenöl nach und nach unterziehen, bis der Teig glänzt, dehnbarer wird und trotz Klebrigkeit leichte Spannung bekommt.

    Notiz

    Salz und Öl kommen nach dem ersten Quellen dazu. So hydratisieren die Mehle besser und der weiche Teig schmiert weniger.

  5. 4

    Dehnen und falten, bis der Teig Spannung hält

    Den Teig 15 Minuten abgedeckt ruhen lassen. Dann mit angefeuchteten Händen eine Teigseite hochziehen und zur Mitte falten, die Schüssel drehen und rundherum wiederholen. Diesen Faltzyklus noch dreimal im Abstand von jeweils 15 Minuten ausführen. Nach insgesamt 60 Minuten soll der Teig glatter wirken und seine Form besser halten.

    Notiz

    Falten ersetzt hier kräftiges Kneten. Wenn der Teig reißt, gönn ihm einige Minuten Ruhe; danach lässt er sich wieder besser dehnen.

  6. 5

    Langsam im Kühlschrank reifen lassen

    Die Schüssel dicht abdecken und den Teig 24 Stunden im Kühlschrank reifen lassen. Während der kalten Führung soll er sichtbar aufgehen, Blasen zeigen und mild aromatisch riechen, aber nicht eingefallen oder stechend alkoholisch wirken.

    Notiz

    Ein sehr warmer Raum beschleunigt die Hefe. Stelle den Teig nach dem letzten Falten direkt kalt, damit die lange Reife kontrolliert bleibt.

  7. Abschnitt

    Portionieren und oval formen

  8. 6

    Akklimatisieren, teilen und griffig ablegen

    Zutaten für diesen Schritt

    Die Arbeitsfläche mit Hartweizengrieß bestreuen, den kalten Teig vorsichtig aus der Schüssel lösen und halbieren. Beide Portionen mit möglichst wenig Entgasen und der glatten Seite nach oben ablegen, abdecken und 120 Minuten bei Raumtemperatur akklimatisieren lassen. Danach sollen sie weich, luftig und dehnbar sein.

    Notiz

    Ziehe nicht am noch kalten Teig. Nach dem Akklimatisieren entspannt er sich und lässt sich deutlich leichter in Form bringen.

  9. 7

    Mit den Fingerspitzen oval drücken

    Jede Teigportion mit bemehlten Fingerspitzen von der Mitte nach außen tupfend verbreitern. Die Mitte soll dünner und gleichmäßig werden, der Rand bleibt etwas höher. Schnurrt der Teig zurück, kurz entspannen lassen und dann weiterformen.

    Notiz

    Nicht ziehen, nicht rollen, nicht plattdrücken. Die Luftblasen im Rand sind später genau das, was die Pinsa luftig macht.

  10. Abschnitt

    Vorbacken, belegen und knusprig fertig backen

  11. 8

    Backfläche gründlich auf maximale Hitze bringen

    Backstein oder Backstahl auf der oberen Mittelschiene mindestens 45 Minuten mit der höchsten Ofentemperatur, idealerweise 250 bis 300 °C Ober-/Unterhitze, vorheizen. Die Fläche muss vollständig durchgeheizt sein, damit der weiche Teig sofort setzt und von unten bräunt.

    Notiz

    Kurzes Vorheizen ist der häufigste Grund für blasse, weiche Böden. Ein Backblech funktioniert nur eingeschränkt und sollte dann mit aufgeheizt werden.

  12. 9

    Tomatensauce kalt und dick anrühren

    Zutaten für diesen Schritt

    Tomatenpassata mit Olivenöl, Saucensalz und Oregano verrühren. Die Sauce bleibt ungekocht und soll dickflüssig sein. Wirkt sie sehr wässrig, kurz durch ein feines Sieb abtropfen lassen.

    Notiz

    Eine kalte, sparsame Sauce schmeckt frisch und schützt den Boden vor unnötiger Feuchtigkeit.

  13. 10

    Pinsa-Böden stabil vorbacken

    Die geformten Teiglinge nacheinander auf die heiße Backfläche schieben und jeweils 5 bis 7 Minuten ohne Belag vorbacken. Belegreif sind sie, wenn der Rand aufgegangen ist, die Oberfläche trocken wirkt und sich der Boden mit dem Schieber anheben lässt.

    Notiz

    Hängt ein Boden noch weich durch, gib ihm etwas mehr Zeit. Erst ein stabiler Boden trägt Sauce und Mozzarella, ohne matschig zu werden.

  14. 11

    Mozzarella trocknen und locker verteilen

    Zutaten für diesen Schritt

    Mozzarella abtropfen lassen, gründlich trocken tupfen und in Stücke zupfen. Die vorgebackenen Böden dünn mit Sauce bestreichen und den Käse locker darauf verteilen. Freie Stellen sind ausdrücklich erwünscht.

    Notiz

    Feuchter Mozzarella macht die Mitte schnell suppig. Lieber unregelmäßig und luftig belegen als die Pinsa komplett abzudecken.

  15. 12

    Heiß fertig backen und frisch abschließen

    Zutaten für diesen Schritt

    Die belegten Pinsas nacheinander für jeweils 4 bis 6 Minuten zurück auf Stein oder Stahl geben. Fertig sind sie, wenn der Mozzarella geschmolzen ist, der Rand goldbraune Punkte zeigt und der Unterboden beim Antippen knusprig klingt. Danach mit Basilikum und Olivenöl vollenden.

    Notiz

    Basilikum kommt erst nach dem Backen auf die Pinsa. Im heißen Ofen wird es dunkel, bitter und verliert sein frisches Aroma.

Nährwerte

Die Werte sind aus den hinterlegten Zutaten berechnet und beziehen sich auf die aktuell gewählte Portionsmenge.

Pro Portion und für das ganze Rezept werden die wichtigsten Makros sowie Ballaststoffe, Zucker und Salz angezeigt, sofern die Daten vollständig vorliegen.

Kalorien

722 kcal

pro Portion

2888 kcal

gesamt aktuell (4 Portionen)

Kohlenhydrate

95.9 g

pro Portion

383.5 g

gesamt aktuell (4 Portionen)

Protein

28.3 g

pro Portion

113.1 g

gesamt aktuell (4 Portionen)

Fett

24.2 g

pro Portion

96.7 g

gesamt aktuell (4 Portionen)

Ballaststoffe

5.55 g

pro Portion

22.2 g

gesamt aktuell (4 Portionen)

Zucker

4.26 g

pro Portion

17 g

gesamt aktuell (4 Portionen)

Salz

4.2 g

pro Portion

16.8 g

gesamt aktuell (4 Portionen)

Anmerkung

Der Teig ist absichtlich weich und klebrig; beim Falten helfen nasse Hände, beim Formen Hartweizengrieß. Pinsa ist eine moderne römische Entwicklung und kein belegbar antikes Originalrezept.

FAQ

Häufige Fragen

Pinsa ist ein modern entwickeltes römisches Fladenbrot mit ovaler Form, weichem Mischteig, langer Reife und meist sparsamem Belag. Anders als viele Pizzateige wird dieser Teig nicht ausgerollt, sondern sanft gefaltet und mit den Fingerspitzen geformt.

Nein, diese Geschichte wird oft erzählt, ist aber nicht sauber belegt. Pinsa romana gilt als moderne römische Entwicklung. Typisch sind heute die Mehlmischung, die lange Teigführung, die ovale Form und das Vorbacken.

Ja, der Teig funktioniert auch ohne Sojamehl, verändert aber seine Wasserbindung. Bei dieser Variante übernimmt Weizenmehl den fehlenden Anteil; das Wasser schrittweise einarbeiten, bis der Teig weich, dehnbar und noch faltbar wirkt.

Rund 24 Stunden liefern ein gutes Verhältnis aus Aroma, Struktur und Planbarkeit. Bis etwa 48 Stunden sind möglich, wenn der Kühlschrank kalt arbeitet und die Hefemenge klein bleibt. Fällt der Teig stark zusammen oder riecht stechend, war die Reife zu lang oder zu warm.

Der Teig ist wegen der hohen Wasseraufnahme bewusst weich und klebrig. Arbeite beim Falten mit nassen Händen und beim Formen mit Hartweizengrieß. Knete nicht ständig Mehl ein, sonst wird die Krume dichter und der Rand weniger luftig.

Meist liegt es an zu kurzer Vorheizzeit, zu viel Sauce oder feuchtem Mozzarella. Stein oder Stahl müssen richtig heiß sein, der Boden sollte vor dem Belegen stabil vorbacken und der Käse gut abtropfen.

Ja, das Vorbacken eignet sich sehr gut zum Vorbereiten. Lasse die Böden vollständig auskühlen und bewahre sie gut verpackt im Kühlschrank auf. Zum Servieren kurz heiß aufbacken, dann belegen und fertig backen.

Am besten wird sie im heißen Ofen direkt auf Rost, Stein oder Stahl aufgebacken. So trocknet überschüssige Feuchtigkeit ab und der Boden wird wieder knusprig. Die Mikrowelle macht Rand und Unterboden eher weich.

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