Plany Rezeptdruck
Letscho mit Spitzpaprika und Tomaten
Gutes Letscho entsteht in Etappen: Zwiebeln sanft anschwitzen, Paprika vorgaren, Tomaten später zugeben und die Sauce offen konzentrieren. So bleibt das Gemüse weich, aber klar stückig.

Nährwerte
Richtwerte pro Portion und für das gesamte Rezept.
Zutatenübersicht
Für 4 Portionen.
Gemüse
- 700 g gelbe und rote Spitzpaprika, möglichst fleischig; vor dem Putzen gewogen
- 650 g reife Tomaten, aromatisch und saftig, aber nicht überreif matschig
- 300 g gelbe Zwiebeln, mittelgroß, mild bis würzig
- 2 Stück Knoblauchzehen, frisch, nicht ausgetrieben
Würze und Fett
- 3 EL Sonnenblumenöl, oder ein anderes neutrales Bratöl mit mildem Geschmack
- 2 TL edelsüßes ungarisches Paprikapulver, nicht scharf; für Farbe und runden Paprikageschmack
- 1 1/2 TL feines Meersalz, aufgeteilt für Gemüse und finale Balance
- 1/2 TL frisch gemahlener schwarzer Pfeffer, erst zum Schluss zugeben, damit er nicht bitter wirkt
- 1 TL Zucker, zum Ausgleichen der Tomatensäure
- 1 TL Apfelessig, hell und mild; erst nach der Reduktion abschmecken
Zubereitung
9 Schritte, mit den passenden Zutaten direkt im Ablauf.
Gemüse richtig vorbereiten
Paprika, Tomaten und Zwiebeln schneiden
Zutaten: 700 g gelbe und rote Spitzpaprika · 650 g reife Tomaten · 300 g gelbe Zwiebeln · 2 Stück Knoblauchzehen
Zwiebeln schälen und in halbe Ringe von etwa 5 mm schneiden. Knoblauch fein hacken. Spitzpaprika längs halbieren, Stiele, Kerne und helle Innenhäute entfernen, dann die Schoten in fingerbreite Streifen schneiden. Tomaten vom Stielansatz befreien und grob würfeln; ausgetretenen Saft mit in die Schüssel geben.
Notiz: Paprikastreifen von ungefähr fingerbreiter Größe bleiben beim Schmoren sichtbar. Zu kleine Würfel zerfallen schneller und machen das Letscho breiig.
Aromen aufbauen, ohne stark zu bräunen
Zwiebeln sanft glasig anschwitzen
Zutaten: 3 EL Sonnenblumenöl · 1/2 TL feines Meersalz
Sonnenblumenöl in einem weiten Topf bei mittlerer Hitze erwärmen. Die vorbereiteten Zwiebeln mit dem Salzanteil hineingeben und unter gelegentlichem Rühren etwa 7 Minuten anschwitzen, bis sie weich, glänzend und glasig aussehen. Sie dürfen höchstens an einzelnen Rändern leicht goldgelb werden, aber nicht kräftig bräunen.
Notiz: Das frühe Salzen zieht etwas Feuchtigkeit aus den Zwiebeln. Dadurch garen sie ruhiger und setzen weniger schnell dunkle Stellen an.
Knoblauch kurz mitziehen lassen
Zutaten: 300 g gelbe Zwiebeln, mittelgroß, mild bis würzig
Den vorbereiteten Knoblauch zu den glasigen Zwiebeln geben und etwa 1 Minute rühren, bis er duftet. Die Hitze dabei nicht erhöhen: Knoblauch soll sein Aroma ins Öl abgeben, aber keine braunen Punkte bekommen, sonst schmeckt das Letscho später kantig und leicht bitter.
Notiz: Falls der Topfboden sehr trocken wirkt, die Zwiebeln häufiger rühren statt zusätzliche Flüssigkeit zuzugeben.
Paprika vorgaren, bis sie sichtbar nachgibt
Zutaten: 1/2 TL feines Meersalz
Die vorbereiteten Paprikastreifen in den Topf geben, mit dem Salzanteil mischen und bei mittlerer bis mittelhoher Hitze etwa 8 Minuten vorgaren. Dabei gelegentlich wenden, bis die Streifen glänzen, etwas zusammensacken und an den Kanten weicher wirken, innen aber noch Form und leichten Biss behalten.
Notiz: Dieser Schritt ist wichtig: Kommen die Tomaten zu früh dazu, kocht die Paprika eher in viel Saft und entwickelt weniger süßes Paprikaaroma.
Paprikapulver im Gemüsefett lösen
Zutaten: 2 TL edelsüßes ungarisches Paprikapulver
Den Topf kurz von sehr starker Hitze fernhalten, edelsüßes Paprikapulver über das Gemüse streuen und höchstens 1 Minute gründlich unterrühren. Es soll sich im Öl und am feuchten Gemüse verteilen und sofort kräftig rot färben, aber nicht trocken am Topfboden rösten.
Notiz: Paprikapulver verbrennt schnell. Wenn der Topf sehr heiß ist, lieber kurz warten und erst dann würzen.
Saft ziehen lassen und offen konzentrieren
Tomaten zugeben und Saft lösen
Zutaten: 700 g gelbe und rote Spitzpaprika, möglichst fleischig; vor dem Putzen gewogen · 650 g reife Tomaten, aromatisch und saftig, aber nicht überreif matschig
Die vorbereiteten Tomaten samt ausgetretenem Saft unterheben. Den Topf schließen und das Gemüse bei sanfter bis mittlerer Hitze etwa 8 Minuten schmoren lassen, bis die Tomaten deutlich Saft abgegeben haben und am Topfboden eine rote, noch eher dünne Sauce steht. Zwischendurch vorsichtig rühren, damit die Paprikastreifen nicht zerdrückt werden.
Notiz: Die Tomaten kommen erst jetzt dazu, damit ihre Säure die Paprika nicht zu früh bremst und die Stücke trotzdem weich werden.
Offen reduzieren, bis die Sauce löffelbar ist
Zutaten: 650 g reife Tomaten, aromatisch und saftig, aber nicht überreif matschig
Den Deckel abnehmen und das Letscho offen etwa 10 Minuten sanft köcheln lassen. Es ist richtig, wenn die Sauce nicht mehr suppig wirkt, sondern die Paprikastreifen glänzend umhüllt und beim Rühren langsam wieder zusammenläuft. Die Paprika soll weich sein, aber noch erkennbare Streifen bilden.
Notiz: Bei zu starker Hitze zerfallen die Tomaten schnell und die Paprika wird an den Rändern matschig. Lieber breit offen reduzieren als wild sprudelnd kochen.
Säure, Süße, Salz und Pfeffer fein ausbalancieren
Zutaten: 1/2 TL feines Meersalz · 1 TL Zucker · 1 TL Apfelessig · 1/2 TL frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
Erst nach der Reduktion abschmecken, weil sich Salz und Tomatensäure beim Einkochen konzentrieren. Den letzten Salzanteil, Zucker, Apfelessig und schwarzen Pfeffer einrühren. Das Letscho soll rund tomatig schmecken, mit milder Süße, klarer Paprikanote und einer kleinen frischen Spitze durch den Essig.
Notiz: Wirkt es flach, fehlt meist Säure oder Salz. Wirkt es spitz, hilft eine kurze weitere Schmorphase bei niedriger Hitze.
Kurz ruhen lassen und heiß servieren
Zutaten: 650 g reife Tomaten, aromatisch und saftig, aber nicht überreif matschig
Den Topf vom Herd nehmen und das Letscho 5 Minuten offen stehen lassen. In dieser Ruhe verteilt sich die Hitze gleichmäßiger, die Sauce bindet noch etwas nach und die Paprikastreifen behalten besser ihre Form. Danach heiß als Gemüsebeilage oder mit Brot als leichtes Gericht servieren.
Notiz: Falls sich beim Stehen etwas Saft absetzt, nicht sofort weiterkochen: Einmal behutsam umrühren reicht meistens, damit das Letscho wieder löffelbar wirkt.
Rezeptnotiz
Sehr reife, aromatische Tomaten und fleischige Spitzpaprika bringen die beste Süße; harte Wintertomaten machen das Letscho schneller wässrig und flacher im Geschmack.
Eigene Notizen
Häufige Fragen
Was ist Letscho eigentlich?
Letscho ist ein ungarisch geprägtes Paprika-Tomaten-Gemüse aus Zwiebeln, Paprika und reifen Tomaten. Es wird frisch geschmort und direkt serviert, entweder als Beilage oder als leichtes Gemüsegericht mit Brot, Reis, Kartoffeln oder Polenta.
Welche Paprika eignet sich am besten für Letscho?
Fleischige gelbe und rote Spitzpaprika sind ideal, weil sie süßlich schmecken, schnell weich werden und trotzdem stückig bleiben. Normale Blockpaprika funktioniert ebenfalls, braucht aber oft etwas länger und wirkt im Letscho etwas weniger fein.
Warum wird mein Letscho zu wässrig?
Meist kommen die Tomaten zu früh dazu oder das Gemüse wird mit geschlossenem Deckel fertig gegart. Paprika zuerst vorgaren, Tomaten nur Saft ziehen lassen und danach offen reduzieren, bis die Sauce die Stücke sichtbar umhüllt.
Kann ich Letscho vorbereiten und wieder aufwärmen?
Ja, Letscho lässt sich sehr gut vorbereiten. Im Kühlschrank ist es abgedeckt etwa drei Tage haltbar. Beim Aufwärmen nur sanft erhitzen und nicht lange sprudelnd kochen, sonst zerfallen die Paprikastreifen. Am nächsten Tag schmeckt es oft sogar runder, weil sich Paprika und Tomate verbinden.
Kann man Letscho einfrieren?
Ja, für den Alltag lässt sich Letscho portionsweise einfrieren. Nach dem Auftauen ist die Paprika etwas weicher und die Sauce kann dünner wirken. Dann offen ein paar Minuten sanft reduzieren und erst danach nochmals abschmecken.
Wie rette ich Letscho, wenn die Paprika schon sehr weich ist?
Nicht weiter stark kochen. Den Deckel abnehmen, die Sauce bei niedriger Hitze nur noch ruhig verdampfen lassen und möglichst wenig rühren. So konzentriert sich die Flüssigkeit, ohne die Paprikastreifen zusätzlich zu zerdrücken.